Historische Zäune in Mösern

Zäune sind ein wichtiges Element unserer Kulturlandschaft, sie sind ein Teil unserer Identität. Sie gehören zu den ältesten Zeugnissen bäuerlicher Kultur und drücken Recht- und Besitzverhältnisse und Wirtschaftsweisen aus.

Zaun in Mösern

Zäune prägen das Gesicht unseres Landes. Sie bilden eine Art Struktur in der Kulturlandschaft und bieten deshalb dem Betrachter Halt. Sie sind über Jahrhunderte gewachsene und gelebte Tradition. Sie sind das Werk unserer Hände - Handwerkskunst.

Zäune grenzen ein und grenzen aus, sie bewahren und schützen. Sie dienten seit jeher zur Einfriedung des Besitzes, zur Sicherheit der Herde, zum Schutze des Ackerlandes oder der benachbarten Weide. Eigene Zaunrechte regelten seit dem frühen Mittelalter die Höhe und Bauart, Nutzung und Erhaltungspflicht, Zaundurchlass und Wegerecht. Diese Rechte und Pflichten sind teils bis heute im Grundbuch festgehalten.
Warum wurden die alten Zaunformen aufgegeben? Warum verschwanden sie aus dem Bild unserer Landschaft? Dafür gibt es mehrere Gründe. Einmal ist es der intensive Aufwand an Material und Zeit. Vor allem Zeit spart man sich heute durch den Zukauf des Materials wie z. B. Nägel und der Bretter, eine Tatsache die vor 100 Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre, weil praktisch kein Bargeld vorhanden war. Schließlich ist auch der starke Rückgang der Arbeitskräfte auf einem Hof Ursache dafür.

Die Errichtung historischer Zaunformen soll die alte Tradition des Zaunbau neu beleben, das Wissen um die handwerklichen Fertigkeiten erhalten, den ländlichen Charakter unseres Dorfes unterstreichen und als gestaltendes Element in der Landschaft wieder an Bedeutung gewinnen. Zäune können in der Folge aber auch an Grenzen erinnern. Wie gehen wir damit um? Schauen wir hin und wieder über den Zaun? Wie gehen wir mit persönlichen Grenzen um? Welche Bedeutung können körperliche, geistige oder moralische Grenzen für uns haben? Benutzen wir sie um Heimat, Geborgenheit und Gemeinschaft zu schaffen oder missbrauchen wir sie zum Ausgrenzen und Behindern.

Die historischen Zaunformen, die in Mösern errichtet werden, sollen nicht nur Schaustücke sein. Sie werden von den Grundeigentümern noch tatsächlich gebraucht und in einem Gemeinschaftswerk errichtet. Der Grundeigentümer stellt das Holz zur Verfügung, die Errichtung der Zäune wird durch ein im Augenblick auf drei Jahre ausgelegtes Projekt des Tourismusverbandes der Olympiaregion Seefeld finanziert. Einen Teil der Kosten übernimmt der Verein für Heimatschutz und Heimatpflege in Nord- und Osttirol.

Was ein Zaunbauer wissen muss

Zaun in Mösern

Das Vorbereiten des Zaunholzes Das Zaunholz sollte in der Zeit zwischen Michaeli (29. 9.) und dem Sebastianitag (20. 1.) bei abnehmenden und absteigenden Mond gefällt werden. Freilich wäre es ganz ideal, wenn der Mond auch noch im Zeichen des Steinbockes stehen würde. Auch der Standort des Baumes spielt bei der Auswahl eine große Rolle. Besonders eignet sich das gleichmäßig gewachsene Holz aus Beständen von ruhigen Standorten. Der Wind und die starke Hangneigung verursachen unregelmäßige Stammquerschnitte und unterschiedliche Jahrringbreiten. Holz aus gemischten Wäldern ist widerstandsfähiger gegen Sturm, Schnee, Pilze und Insekten. Für die einzelnen Teile des Zaunes werden verschiedene Holzarten ausgewählt. Allgemein gilt, dass jene Teile, die in der Erde stecken, also tragende Säulen und Stecken, aus dem gegen Feuchtigkeit viel widerstandsfähigere Lärchenholz angefertigt werden, während die quer eingefügten Balken und die quer eingelegten Spelten aus Fichtenholz gemacht werden. Die Spelten aus Fichtenholz und die so genannten Stecken aus Lärchenholz werden auf die gleiche Art aus den geasteten und entrindeten Stämmen gespalten. Die vorbereiteten Stämme werden auf die entsprechende Länge zugeschnitten, bei den Spelten bis zu 4 m, bei Stecken bis 1 m 80, und dann mit Hilfe von Keilen, Schlegeln und Hacken zunächst geteilt, dann geviertelt und schließlich solange weiter geteilt, bis Spelten in der gewünschten Dicke entstanden sind. Die Stecken werden dann noch mit einer Hacke an einer Seite zugespitzt. Zum Flechten der Zaunringe und der Herstellung des Flechtwerkes beim Flechtzaun verwendet man junge, lang gewachsene Fichtenäste, die man nach dem Hacken ins Wasser legt und vor der Flechtarbeit vorsichtig über Feuer erhitzt ("bähen"). Dadurch werden die Äste sehr biegsam und können im noch heißen Zustand gut verflochten werden.

Der geflochtene Speltenzaun - Steckenringzaun

Zaun in Mösern

Bei dieser Zaunform werden zunächst im Abstand von 3 bis 4 m lärchene Säulen gesetzt. Diese werden durch eine Querstange, die ungefähr in einer Höhe von 1 m über dem Boden durch eine ausgestemmte Öffnung in der Säule geschoben werden fixiert. Dann werden die Spelten entlang der Querstange im Abstand von 5 bis 10 cm in den Boden gestoßen und mit ca 1 m 50 langen Fichtenästen, die vorsichtig erhitzt wurden, fortlaufend an die Querstange geflochten. Dabei gibt es verschiedene Arten, die Äste zu verflechten. Wir haben sie "kreuzweise verzopft".

Der Ringzaun

Zaun in Mösern

Bei dieser Zaunart werden nur an den Ecken, bei den Öffnungen und an den Punkten, an denen der Zaun einen stärkeren Richtungswechsel im Gelände macht, Säulen gesetzt. Die Spelten werden hier an eingefügten Holznägeln aufgesetzt und von einen dünnen, durch einem großen Ring mit der Säule verbundenen Stecken fixiert. Dazwischen werden dann im Abstand von zwei bis drei Metern paarweise lärchene Stecken in den Boden geschlagen. Schließlich kann man mit dem Aufbau des Zaunes beginnen. Dazu legt man sechs bis acht Lagen Spelten waagrecht zwischen den Steckenpaaren ein und fixiert zwischendurch diese mit den vorbereiteten Astringen.

zurück

SOMMER
SCHNELLSUCHE
Anreise:    
Tag Monat Jahr
Nächte: 
Anzahl Zi./App.: 
Pers. pro Zi./App.: 
Ort: 
 Zimmer   Appartements
 nur online buchbare
© feratel media technologies AG
FLÜGE AB 19 €
TUIfly

NEU!!! Fluganbindungen aus ganz Europa direkt nach Innsbruck – in 1 ½ Stunden in der Olympiaregion Seefeld. Flüge schon ab €  19,-

mehr Informationen...

Best of the Alps
SUCHE

 

Fahrspaß erleben

Audi Driving Experience
FOTOS & VIDEOS

Stellen Sie Ihre Urlaubs- fotos und Videos online...
Hier gehts weiter...
GESCHICHTE
Olympiade 1976 Innsbruck
Bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck war Seefeld der Austragungsort der Langlaufbewerbe
weiterlesen...
Quality Check


KONTAKT
Olympiaregion
Seefeld

Klosterstraße 43
A-6100 Seefeld
Tel: +43 (0)5 08800
Fax: +43 (0)5 0880-51
region@seefeld.com
NEWSLETTER
News und Angebote aus Seefeld. Zum Anmelden hier eintragen: