Natur und Kultur - Die Seefelder Seen

Von jeher ist die reizvolle Landschaft des Seefelder Plateaus von Seen bestimmt worden. Sie als bloße Wasserspeicher oder Naherholungsgebiete zu bezeichnen, wird ihnen nicht gerecht. Die Seefelder Seen sind durch ihre historisch-namensprägende Komponente und ein rätselhaftes Naturphänomen besonders interessant.

Die Bedeutung der Seefelder Seen in der Geschichte bis heute:

Der Wildsee - Namensgeber des Ortes Seefeld

Wildsee

Namensprägend für die 1022 erstmals urkundlich erwähnte Ansiedlung "Sevelt" (Feld am See) dürfte der schon damals existente Wildsee gewesen sein.
Zur Zeit Kaiser Maximilians wurden dort eine Fischart eingesetzt, welche dem See seinen "zweiten" Namen gab ("Lampretensee"). Allerdings war die wirtschaftliche Nutzung des Sees nur auf wenige Jahrzehnte beschränkt. Er trug und trägt weiterhin zur Schönheit der Seefelder Hochfläche bei und ist heute mit seinen zwei Strandbadanlagen ein beliebter Badesee.
Das südliche Ufer des Sees (mit dem Reither Moor) ist wegen seiner botanischen Besonderheiten seit 1926 Naturschutzgebiet.

Der Ablass-See - Namensgeber des Seekirchls

Dieser (leider nicht mehr existente) See erklärt die Bezeichnung der Heiligkreuzkirche als "Seekirchl". Von Herzog Sigmund dem Münzreichen (1427-1496) wurde dieser See als ein Fischteich angelegt, die kleine Kirche, die 1666 fertiggestellt wurde, stand ursprünglich auf einer Felseninsel, welche durch eine Brücke mit dem "Festland" verbunden war. Der See war etwa 30 ha groß und wurde 1808 an den Posthalter von Seefeld verkauft, welcher ihn wahrscheinlich wegen mangelnden Fischertrages bzw. fehlender Abnehmer, trockenlegen ließ. Die Existenz dieses Sees inspiriert bis heute (Landschafts-) Architekten, die eine Wiederauflage der Wasserfläche am Seekirchl befürworten.

Der Kaltwassersee / Rosshütte

Der künstlich geschaffene Kaltwassersee wurde im Jahr 2002 zur Beschneiung des Schigebiet
Rosshütte erbaut. Er faßt ca. 70.000 m³ Wasser, welche zur Versorgung der 180 Schnee- kanonen des Schigebietes verwendet werden. Im Sommer eignet sich der Kaltwassersee hervorragend für eine kleine Rundwanderung in luftiger Höhe.

Der Möserer See

Etwa 15 Minuten oberhalb von Mösern liegt in idyllischer Waldeinsamkeit, eingebettet in einer
mit Moränenschutt ausgepolsterten Felswanne, der kleine, bis zu 11 m tiefe Möserer See auf
1.292 m. Obwohl er sich im Naturschutzgebiet befindet (im Flachwasser gibt es Fieberklee, in
Ufernähe blühen Alpenrosen und er dient als Brutplatz für verschiedene Wasservögel), ist hier
das Baden erlaubt. Er gilt als einer der wärmsten Badeseen Tirols. Eine naheliegende Einkehrmöglichkeit bietet die „Möserer Seestub‘n“.

Naturphänomen Wildmoossee und Lottensee

Wildmoossee

Nahe des idyllisch gelegenen Möserer Sees, auf dem Plateau Wildmoos (1320 m), einem sehr beliebten Naherholungsgebiet in der Nähe Seefelds, gibt es ein sehr interessantes Naturphänomen zu beobachten: wie aus dem Nichts bilden sich inmitten grüner Wiesen, Lärchen- und Birkenwäldern zwei Seen, der Wildmoossee und der Lottensee. Dieses a-periodische (nicht regelmäßig) auftretende "Naturwunder" ergibt sich wahrscheinlich aus einem Zusammenspiel des Wasserstandes in den unterirdischen Karstsystemen bzw. des Frühjahrsniederschlages und der Schneeschmelze.

Der Boden unterhalb dieser Seen dürfte stark verkarstet sein, das Gefäßsystem ist allerdings nach unten abgedichtet. Beim Einsetzen des Tauwetters im Frühjahr füllen sich die unter- irdischen Gefäße mit Wasser, der Überlauf überschwemmt die Wiesenmulden und bildet Seen, die aber oft schon nach einigen Wochen wieder verschwinden.

Interessanterweise steigt in manchen Jahren der Wasserspiegel auch noch nach der Schneeschmelze weiter an, wobei das Wasser in Springquellen aus der Tiefe sprudelt. Die Seen bleiben dann den ganzen Sommer mit konstantem Wasserstand bestehen - und sind auch zum Baden geeignet - im Herbst läuft der See dann plötzlich in zwei bis drei Wochen aus.

Trotz vielfältiger Versuche, das Auftreten der Seen vorherbestimmen zu wollen, ist dies nicht gelungen. Die exakten Ursachen für das Auftreten bzw. das Ausbleiben der Seen sind nicht genau definierbar.

Der Weidachsee

Er wird im berühmten Fischereibuch Kaiser Maximilians aus dem Jahre 1500 als „Seele in der
Leutasch“ erwähnt. Das Fischereirecht am Weidachsee und an der Leutascher Ache befindet
sich heute im Besitz von Dr. Thomas Angerer. Er betreibt einen von der Landwirtschafts- kammer anerkannten Qualitätsfischzuchtbetrieb und ist auf die Produktion von Besatz- und
Speiseforellen spezialisiert. Gezüchtet werden Bach-und Regenbogenforellen sowie Bach- saiblinge.
In wunderschöner und naturnaher Lage hat man am 4,5 ha großen Weidachsee die Möglichkeit von April bis Oktober ohne Voranmeldung zu angeln. Der See eignet sich hervorragend für Fliegenfischer, da von einem 600 m langen Holzsteg gefischt wird.

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