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Die Geschichte Reiths

Der Entstehungszeitpunkt von Reith ist nicht bekannt, jedoch belegen Urnengräber, dass die Gegend bei Reith schon in der Bronzezeit, ca. 1800 bis 750 v. Chr., besiedelt war. Die damaligen Bewohner werden dem Volksstamm der Veneto-Illyrer zugeordnet. Erst die Römer, welche unter Drusus und Tiberius die Grenzen des römischen Reiches über den Alpenkamm bis hin zur Donau verschoben, erbrachten erste, schriftliche Zeugnisse über den Ort Reith.

Um 80 n. Chr. begannen die Römer sich anzusiedeln. Zwischen der Strecke von Vipitenum (Sterzing) bis Partanum (Patenkirchen) wurden acht römische Meilensteine gefunden, welche auf die Besiedelung der Römer hinweisen. Aus welcher Zeit der Meilenstein am Ortseingang von Zirl stammt, ist jedoch bis jetzt unklar, da dieser keinerlei Schriftzeichen aufweist.

1095 findet man die erste, urkundliche Nennung Reiths. Nach dieser Urkunde hatte Bischof Megenward von Freising eine „Hube in der Leite“, südlich des Scharnitzwaldes, einem Pillung von Brucko zur Nutzung überlassen. Leithen schien somit als erste Siedlung auf dem Gemeindegebiet Reith auf. „Auf dem Gereut“ (Reith) wird erst 60 Jahre später erwähnt.

Mit der Urkunde um 1260, ein Schlichtungsabkommen zwischen den Klöstern Benediktbeuern und Wessobrunn auf dem „Gereut“, wird sowohl die Besiedlung des Hauptdorfes sowie der Beginn der Geschichte Reiths bestätigt. Reith besteht heute aus mehreren Ortsteilen: der erste Ortsteil Reith selbst, Auland, Leithen, Mühlberg, Maxhütte, Krinz und Gschwandt. Die Ortsbezeichnung Mühlberg wird erstmals 1281 urkundlich erwähnt.

Die Eröffnung der Karwendelbahn im Herbst 1912 verbesserte nicht nur die Zufahrt, sondern belebte auch den Fremdenverkehr. Die aufstrebende Entwicklung wurde 1925 von der Kriegsnot und der Geldentwertung geschwächt, erlebte jedoch ab 1932 wieder einen Aufschwung. Der zweite Weltkrieg folgte und brachte viel Leid über die Bevölkerung Reiths. Die Brücke der Karwendelbahn wurde im Jahre 1945 das Ziel der Bombardements durch die Alliierten. Innerhalb von sechs Tagen wurden an die 300 Bomben auf das Gemeindegebiet abgeworfen. Bei den Angriffen wurden 22 Häuser komplett zerstört, weitere 12 Häuser, die Kirche und das Schulhaus schwer beschädigt. 1955 nach dem Abzug der Besatzung setzte eine starke Bautätigkeit am ganzen Plateau ein. Zu dieser Zeit entstanden zahlreiche touristische Betriebe und Anlagen, die bis heute bestehen und genutzt werden.