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Drahtseilakt

Die Geschichte der Rosshütte Seefeld

Die Rosshütte ist für Viele untrennbar mit Seefeld verbunden. Fast jeder aus der Region weiß über sie eine Geschichte zu erzählen, weil fast jeder schon mal dort war. Und sie blickt auch selbst auf eine ebenso spannende wie herausfordernde Geschichte zurück, denn alles begann mit einem Brand.

Ihren Namen hat die Rosshütte in Seefeld tatsächlich den Pferden – auf tirolerisch „Rösser“ – zu verdanken, wurde sie doch ursprünglich als Stall genutzt. Bis es gebrannt hat. Es war das Jahr 1925, als das damalige „Rosshüttl“ in Flammen aufging. Recht schnell beginnt Andrä Tiefenbrunner, der „Berger Ander“, mit seinem Vater Peregrin mit dem Wiederaufbau. Fünf Jahre später waren sie fertig und recht schnell etabliert sich die „Rosshütte“ als beliebtes Ausflugsziel. Bis 1954 wurde sie von den Erbauern auch selbst bewirtschaftet.

Das Material dafür wurde von Seefeld aus mit – passenderweise – Pferden zur 1.760 Meter hoch gelegenen Hütte transportiert. Schon um neun Uhr morgens schaute Andrä täglich mit dem Fernglas zum Bahnhof Seefeld und schätzte, wie viele Wanderer und Skifahrer an diesem Tag die über 500 Höhenmeter Richtung Hütte auf sich nehmen werden und bereitete sich diesen Schätzungen zufolge in der Küche vor. Im Winter wurden zwei Zehnliter-Eimer mit Skiwasser und zur Verköstigung Erbsensuppe und Kaiserschmarren gerichtet. Letzterer kam Dank Andräe übrigens zu ordentlichem Ruhm: Als ihn ein Gast fragte, warum der Schmarren so schön gelb sei, antwortete er, dass er diesen nur mit „Gämseneiern“ koche. Und weil jeder diesen besonderen Kaiserschmarrn kosten wollte, wurde er zum fixen Bestandteil auf der Karte. Eine Hütte ohne Kaiserschmarrn geht in Tirol heute quasi gar nicht mehr. An dieser Stelle sei dem Andrä also wohl gedankt.

Über die Jahre wurde die kleine Alm zu einer beachtlichen Hüttenwirtschaft. Die sonnige Lage zog viele schneehungrige Skifahrer an, die Seilbahn tat ihr Übriges dazu, immer mehr Menschen immer bequemer auf den Berg zu bringen. Nachdem die ersten Nachkriegswehen überwunden waren, war es der Pioniergeist der Seefelder Touristiker, die die seilbahntechnische Erschließung des Gebietes der Rosshütte vorantrieben. Das vorrangig gesteckte Ziel war eine Bahn aufs Seefelder Joch. Unter der Projektbezeichnung „Gondelbahn Hermelkopf-Seefelderjoch“ suchte man damals um eine Kreditsuppe von acht Millionen Schilling an. Viel Geld und doch zu wenig. So rasch das Projekt vorangetrieben wurde, so rasch stellte sich die Ernüchterung ein. Schon damals sah man sich mit einem streng strukturierten behördlichen Ablauf konfrontiert, am 10. Juli 1951 wurde vom Proponentenkomitee seitens des „Bundesministerium für Verkehr und verstaatlichte Betriebe“ dann doch die Genehmigung von Vorarbeiten für die projektierte Seilschwebebahn von Seefeld auf die Rosshütte gewährt. Aber wie so oft scheiterte auch diese zukunftsweisende Idee an der Realität, also an der Finanzierung.

Dass es letztlich wenn auch mit großen finanziellen, emotionalen und baulichen Mühen doch geklappt hat, zeigt die Bahn selbst, die nun 60 Jahre lang gute Dienste geleistet hat. Im Frühsommer 1958 wurde die Jochbahn fertig gestellt und am 26. Juni desselben Jahres auf „das Dach von Seefeld“ in Betrieb genommen. Seefeld war damit in einem neuen Zeitalter angekommen. Anfang 2018 wurde die Pendelbahn, die von der Rosshütte aufs höhergelegene Seefelder Joch auf 2.060 Meter führt, schließlich abgerissen und im Laufe des Jahres neu gebaut. Statt zwölf Personen fassen die Gondeln nun 25, Technik und Design der Tal- und Gondelstation wurden aufgerüstet und der Zugang barrierefrei gemacht. Das neue Bauwerk nimmt in der Optik das Thema der Seilbahntechnik auf und ist weithin als neue Landmark sichtbar.