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Young man in dark jacket stands against a textured wall, smiling.

Erfolgreich, bescheiden und Wahl-Leutascher

Florian Lipowitz

Viele fieberten im vergangenen Jahr mit, als Florian Lipowitz vom Team Red Bull-BORA-hansgrohe als Dritter aufs Podest der Tour de France fuhr. Viele litten mit, als er heuer auf der 16. Etappe im Einzelzeitfahren zu Sturz kam und das Rennen mit gebrochenem Schlüsselbein aufgeben musste. Doch nur wenige wissen, wie eng seine Verbindung zu Tirols Hochplateau ist und was ihm die Region bedeutet.

Lipowitz begann seine Sportkarriere im DAV Ulm als Biathlet. Zusammen mit seiner Familie zog er als Teenager nach Leutasch und besuchte das Skigymnasium Stams. Während sein älterer Bruder Philipp mehrere Medaillen bei den Juniorenweltmeisterschaften im Biathlon gewann, kämpfte der nicht minder talentierte Florian mit Knieproblemen und einer Kreuzbandverletzung. In der Reha fand er zum Radsport und entdeckte damit seine neue Leidenschaft, die ihn spätestens seit 2025 zu einem der erfolgreichsten Jungprofis der Welt macht. Denn just vor einem Jahr gewann er in Paris die Nachwuchswertung der Tour de France und wurde Dritter im Gesamtklassement. 2026 lag er bis zu seinem Sturz aussichtsreich auf Rang sechs in der Gesamtwertung.Wir hatten die Ehre dem sympathischen 25-Jährigen einige Fragen zu stellen und freuen uns, euch den Wahl-Leutascher hier ein bisschen näher vorzustellen.

Radfahren ist für mich…

… meine Leidenschaft und macht mir viel Spaß. Obwohl es mittlerweile auch mein Beruf ist, versuche ich es immer noch einfach zu genießen. Wenn man seinen Sport als Beruf ausüben darf, kann man nur happy sein. Radfahren ist aber auch mein Weg die Welt zu entdecken und mich in der Natur zu bewegen.

Der Erfolg bei der Tour 2025 bedeutet für mich…

…, dass ein großer Traum in Erfüllung gegangen ist. Ich habe die Tour de France seit meiner Kindheit immer verfolgt, und hätte mir nie vorstellen können, dort einmal zu starten geschweige denn sie auf dem Podium zu beenden. Der Erfolg macht mich stolz und bestätigt, dass sich Opfer, Trainingsstunden und harte Kämpfe lohnen.

Tirols Hochplateau und die Leutasch sind…

… mittlerweile meine Heimat. Ich wohne hier, seit ich in Stams das Skigymnasium begonnen habe. Ich liebe die Region und freue mich immer darauf heimzukommen. Leutasch ist nach stressigen Rennphasen mein Ort zum Abschalten und Ruhe genießen. Auch die Vorbereitung auf neue Herausforderungen gelingt mir am besten hier.

Meine Trainingsrunden…

… starte ich am liebsten von daheim. Wenn es eine härtere Einheit braucht, dann fahre ich gern eine Runde über Ötz, das Kühtai, Kematen und den Telfer Berg. Kürzere Bergeinheiten führen mich immer über den Telfer Berg. An ruhigen Tagen radl ich gern durchs gesamte Leutaschtal und genieße die wunderschöne Landschaft.

Für einen perfekten Radtag braucht es…

… gutes Wetter, gute Beine und am besten ein paar Freunde. In unserer Region kann man da eigentlich nichts falsch machen, denn vor allem beim Wetter sind wir ja recht verwöhnt.

In meiner Freizeit…

… fahre ich ehrlich gesagt möglichst wenig Rad, da ich beruflich schon mindestens 30.000 Kilometer im Jahr im Sattel sitze. Da meine Freundin aber professionelle Mountainbikerin ist, drehen wir gemeinsame Runden auf dem Mountainbike. Dann geht’s am liebsten nach Wildmoos oder ins Gaistal; eine Einkehr auf einer Alm mit Kaiserschmarrn gehört da natürlich dazu.

(Anm.d.Red.: Antonia Weeger ist Weltcup-Athletin und startet in der U23-Klasse des UCI-Mountainbike-Weltcup im XCO – Olympic Cross Country.)

Langlaufen…

… macht mir immer noch viel Spaß. Ich kenne und schätze die Loipen der Region noch aus meiner aktiven Biathlonzeit. Leider ist die Radsaion sehr lang und startet schon im Januar. Daher ist meine Zeit für die Langlauf-Ski sehr begrenzt. Aber ein, zwei Wochen nehmen ich mir jeden Winter und freue mich stets sehr drauf.

Meine Profi-Tipp für alle Radsportfans lautet…

… Regeneration ist genauso wichtig wie Training, lieber einen extra Tag Pause einlegen als zu viel zu trainieren. Denn man darf niemals den Spaß vergessen: Die besten Watt-Werte und das beste Training bringen nichts ohne Freude. Und natürlich gehören auch eine gemeinsame Einkehr oder Kaffeestopps dazu.

Wenn ich mich entscheiden muss 😉, nehm‘ ich lieber
  • Kaiserschmarrn als Crêpes
  • definitiv lieber Tiroler Gröstl als Ratatouille
  • definitiv auch das Seekirchl als Sacré-Cœur in Paris, weil ich nicht so der Stadtmensch bin.
  • den Mont Ventoux als die Hohe Munde: Es war einfach eine Wahnsinns-Erfahrung da 2025 hinaufzufahren. Ich war zwar auch schon auf der Munde, aber da gewinnt der Ventoux.

Trotz der vielen Orte, die Lipowitz in seiner Karriere weltweit kennenlernt, fühlt sich der gebürtige Laichinger (Baden-Württemberg) wohl in seiner Wahlheimat. Daher war es wahrscheinlich auch kein Zufall, dass er sich nach der erfolgreichen Schlüsselbein-Operation Ende Juli auf Instagram vor dem Seekirchl und dem Seefelder Sport- und Kongress Zentrum zeigte. Sieben Wochen später saß er wieder auf dem Rad und nahm am 27. September 2026 in Montréal auch am Straßenrennen der UCI Weltmeisterschaften teil. Diese beendete er im Hauptfeld. Wer mehr aus seinem Alltag erfahren möchte, dem sei sein Social Media Account empfohlen, auf dem man auch immer wieder Tirols Hochplateau entdecken kann.

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